Hanoi fließt und erstaunt

Es ist heiss, feucht und es fließt – Hanoi. Nicht nur der Schweiss, sondern die ganze Stadt scheint unaufhörlich in einer gleichmäßigen, unendlichen Bewegung zu sein. Dieses Aufrecht zu erhalten scheint das oberste Ziel jedes einzelnen. Langsam und gleichmäßig fließen Fahrräder, Autos und vor allem Motorradfahrer für Europäer abenteuerlich neben, zwischen, umeinander, nur selten kommt es zum Stillstand.

Dieses Fließen als Fussgänger zu queren erfordert umdenken und anpassen – losgehen, langsam und gleichmäßig und damit berechenbar bleiben und der Verkehr teilt sich wie vielleicht einst das Meer und spült einen unbeschadet ans andere Ufer. Und nach den ersten Malen ist das Hemd nicht nur von der Hitze nass…

Sauberkeit ist mit das Erste, das den Besucher Hanois erstaunt. Der neue, moderne und große Flughafen ist fast schon überirdisch rein, die umliegenden Grünanlagen traumhaft angelegt und gepflegt. Das mag noch als Vorzeigeobjekt eines sozialistischen Staates gelten, aber auf dem Weg in die Innenstadt fehlt der andernorts oft zu findende Slum, es fehlen die Müllansammlungen an den Straßen.

Die Altstadt ist quirlig, bunt, eng und laut und nimmt alle Sinne in Anspruch. Die häusliche Enge lässt die Menschen die Bürgersteige oft als privaten Raum nutzen und der wird gefegt und gewischt und nicht zugemüllt. Die Armut ist sicht- und spürbar, aber nicht extrem und bisher nicht unwürdig.

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Hanoi The Huc Brücke
The Huc Brücke, Hanoi

 

Hanoi im Monsun ist klimatisch für Europäer eine Herausforderung. Doch auch vielen Vietnamesen fließt sichtbar die Kühlung aus den Poren. Trotzdem ist die Stimmung vital und entspannt gleichzeitig. Offene Blicke, freundliches Lächeln, selbst die nervenden Touristennepper sind meist freundlich neppend und bei einem lächelnden Nein recht schnell wieder verschwunden. Die Kommunikation ist allerdings nicht ganz einfach, Englisch können erstaunlich wenige Vietnamesen und wenn ist die Aussprache oft schwer verständlich, der Wortschatz eher gering. Umgekehrt ist es einem Europäer allerdings auch kaum möglich, Vietnamesisch richtig auszusprechen.

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Gärtner beim Baumschneiden mit der „Nagelschere“, Ho-Chi-Minh Mausoleum

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3 thoughts on “Hanoi fließt und erstaunt”

    1. Hallo Heike,
      ich muss gestehen, da hab ich wohl häufiger im Unterricht gefehlt… Beschilderungen in Tempeln und Museen, soweit wir das bisher gesehen haben, sind allerdings tatsächlich eher in Französisch und nur bei touristisch wichtigeren Plätzen auch auf Englisch.
      Gruß,
      Peter

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