Vietnam: Reisezeit Monsun

Reisende lieben ihn wenig, den Monsun in Asien. Es ist schwül, die Tagestemperatur liegt zwischen 30 und 40 Grad Celsius und es regnet viel. Chapeau, nur wo bleibt der Regen?

Seit 10 Tagen sind wir im Norden Vietnams unterwegs, es ist schwül, es ist unglaublich schwül und seit wir am Meer sind, ist es noch schwüler. Beim gestrigen Frühstück draußen vor dem Hotel, im Schatten großer Bäume, fiel mein Blick auf meine Hände. Unbemerkt hatten sich auf den Handrücken Seenlandschaften gebildet. Mecklenburgische Seenplatte im Kleinformat.
Heute Nacht, im Traum –  ein unglaublich breiter, intensiver Lichtstrahl. Darauf eine Explosion und ich war wach. Ur-instinkt wach. Ein kurzer Gedankenblitz an eine Explosion, die apokalyptischen Bilder der letzten Woche von Tianjin in China noch im Bewusstsein, dann dieses gleichmäßige, tiefe Rauschen und der Blick aus dem Fenster – es regnet, das erste Tropengewitter. Chapeau.
Die Verhaltensregeln eines mitteleuropäischen Gewitters gelten hier nur eingeschränkt. Die Blitze schlagen, wahrscheinlich wegen der extremen Luftfeuchtigkeit und der langen Wegstrecke, aus den oft viele Kilometer hohen Wolkentürmen eher selten, lokal stark differierend und mit einer faszinierenden Gewalt ein. Schon wieder im Halbschlaf vernahm ich Licht, zählte und hörte manchmal gar keinen, oft nur schwachen Donner. Der erste, sehr nahe Einschlag blieb der einzige.
Die Wolkentürme des Monsun sind übrigens eine Attraktion beim An-/Abflug. Spielt das Wetter mit und fliegt der Pilot sanft kurvend zwischen den Wolkentürmen ist der Ausblick unvergleichlich. Lockige, weiße Pracht von wahrhaft beeindruckender Größe und Formenvielfalt vor blauem Himmel in 3D-Deluxe. Dieser Anflug hätte gerne länger dauern können…
reise-ansichten ha long
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Reisezeit Monsun? Ein Fazit nach 3 Monaten reisen.
  • Die Strände sind leer, die Touristenattraktionen vergleichsweise auch. Der oft bedeckte Himmel, ein wenig blau ist aber meist irgendwo sichtbar, ist für Mitteleuropäer angenehm. Die Luftfeuchtigkeit ist allerdings eine Herausforderung für den Körper. Wer mit den Temperaturen des Sommers 2015 in Deutschland gut klar kam, wird das wohl auch hier bei der höheren Luftfeuchtigkeit. Allen anderen sei deutlich November bis Februar empfohlen, auch wenn das die Urlaubshochsaison in ganz Asien ist.
  • Für Fotofreunde: Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt für schlechte Fernsicht und blasse Farben, ein Polfilter sollte mit ins Gepäck.
  • Tausendmal gehört, trotzdem noch mal: Für mitteleuropäische Maßstäbe viel trinken reicht hier nicht! Maßstab ist die normale Urinmenge in Deutschland. Um auf die zu kommen, braucht es manchmal abnorme Mengen an Trinkwasser, die, wenn sie am Morgen vor einem stünden, man sich niemals vorstellen könnte sie bis Abends getrunken zu haben. Um das komplexe Substanzen-Gleichgewicht des Körpers nicht zu stören, sollten gleichzeitig Melonen, Mangos, Äpfel, Zitronen etc. gegessen werden, was bei der tollen Auswahl in Vietnam ein echter Genuss ist! Mehr zu den Früchten Vietnams hier.
Mehr zum Thema Trinkwasser, Wasserfilter / Steripen und dem Selbstexperiment hier.

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