Unter Elefanten – Kaziranga National Park

Saju stellt die Ohren auf, rennt auf mich zu und wirft mich beinahe um. Dann dreht er sich um und rennt, herrlich schaukelnd anzusehen, wieder unter den Bauch seiner Mutter.

Ich lache, mit der Attacke hatte ich nicht gerechnet, eigentlich kann ich den Kleinen locker aufhalten – er ist sich der Kraft seiner über 100 kg nicht bewusst. Saju ist ein 14 Tage altes Elefanten Kind aus dem Kaziranga National Park.

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Saju braucht noch viel Schlaf

Ganz im Nordosten Indiens, am Brahmaputra, liegt der Kaziranga Park in den sich nur wenige westliche Touristen verirren, trotzdem er in jedem Reiseführer steht. Indien hat unglaublich viele National Parks, einige bekannte, wie den Gir Park und sehr viele unbekannte.
Die meisten Besucher kommen nach Kaziranga um die Rhinozerosse zu sehen. Die großen hellgrauen, archaischen Tiere leben in den Sumpfgrasflächen des Parks. Die beste Möglichkeit sie zu sehen, ist vom Rücken eines Elefanten aus. Wildtiere nehmen die Menschen auf dem Elefanten entweder gar nicht wahr oder schätzen sie als ungefährlich ein, so das man bis auf weniger Meter an sie herankommt. Außerdem gehen die Elefanten mit den Touristen ins Gelände, während die ebenso angebotenen Jeep Touren nur auf der Straße stattfinden.

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Fotografiert von Guy, ein sehr sympathischer Elsässer auf Reisen mit Reiseblog: Reiseblog Guy & Vero in französisch

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Unser Elefantenritt beginnt morgens um 6.30 Uhr. Zusammen mit dem Mahout und einem bewaffneten Begleiter sind wir vier Menschen auf dem Elefantenrücken. Eigentlich zu viele, denn die Tiere können erstaunlich wenig Last auf dem Rücken tragen. Zum Glück haben wir auf unserer bisherigen Reise gut abgespeckt…
Eine Stunde geht der Elefant mit uns durch das gut 1,50 m hohe Sumpfgras. Das erste Rhinozeros, das wir treffen, schläft noch. Echt sympathisch, um diese Uhrzeit. Dann tauchen immer mehr Rhinos im Gras auf, zudem verschiedene Rehe und Wildschweine. Und tatsächlich erschrickt keines der Wildtiere über unsere Anwesenheit. Es wird geschaut und dann weitergefressen. Eine Stunde dauert der Ritt, das ist bei der gewöhnungsbedürftigen Haltung mit stark gespreizten Beinen auch genug für uns.

Unser persönliches Highlight und das steht in keinem Reiseführer, ist die Möglichkeit ohne Eintrittskarte den Park am Haupttor betreten zu können. Bis zum ersten Beobachtungsturm, ca. 100 m nach dem Haupttor, kann man tatsächlich kostenfrei in den Park gehen. Auf dem Weg dorthin stehen wenige Häuser zur Linken und für uns das spannendste – der Fütterungs- und Schlafplatz der gezähmten Elefanten. Jeden Abend werden die Elefanten von ihren Mahouts im nahen Fluss gewaschen und dann hier her gebracht. Im Normalfall laufen die Tiere dabei frei und zügig dem Abendessen entgegen. Als Besucher ist man mitten darunter und allerdings auch selbst verantwortlich, dass man nicht umgerannt wird. An unserem letzten Abend waren das 10 Elefanten allen Alters, darunter auch Saju mit seiner Mutter. Zwischen den Elefanten die üblichen Kühe, Ziegen und Enten, die frech versuchen etwas vom Elefanten Futter abzubekommen.

Ein wunderbares tierisches Erlebnis, das aber wohl spätestens dann enden wird, wenn es zu viele Besucher werden oder doch mal etwas schiefgeht. Immerhin sterben in Indien mehr Menschen durch Elefanten als durch Raubtierangriffe.

Zum Abschied haben wir noch Bananen für die großen Dickhäuter gekauft – guten Appetit!.

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Frisch gebadet auf dem Weg zum Futterplatz

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Reiseblog Tips zu Kaziranga

  • Wohnen kann man hervorragend in den staatlichen Gästehäusern, die etwa 600 m südlich der Hauptstraße auf einem Hügel liegen. Es gibt dort verschiedene Häuser mit Preisen zwischen 150 – 1500 Rupien pro Bett beziehungsweise Zimmer.
  • Die Eintrittskarten für eine Elefantensafari müssen am Abend vorher zwischen 19 und 20 Uhr an einem speziellen Ticketschalter unterhalb der Gästehäuser gekauft werden. Einfach vor Ort fragen, den kennt jeder. Pass mitbringen!
    Der Preis ist happig, rund 2000 Rupien pro Person. Die Anfahrtkosten zum Startpunkt werden zusätzlich mit 600 Rupien pro Person veranschlagt. Wer selbst hinfährt (zum Haupttor des Parks), braucht die nicht zu zahlen. Das staatliche Gästehaus vermietet einige wenige Leihfahrräder für 100 Rupien am Tag.
  • Jeepsafaris kosten das gleiche wie Elefantensafaris und können den ganzen Tag über gekauft und durchgeführt werden. Einfach nach dem Ticketschalter fragen.

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