Kaffee in Vietnam

Als Teenager fiel mir zu Kaffee als erstes der Film „Jenseits von Afrika“
ein, die besondere Geschichte der Dänin Tania Blixen in Kenia zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Im Vordergrund die Geschichte ihres Lebens auf einer Farm in Afrika mit Kaffeeplantage, dem kolonialen Lebenstraum zu dieser Zeit. Im Hintergrund das geduldige Warten der Plantagenbesitzerin auf das Wachsen der Kaffeepflanzen aus den Samen bis zur ersten Ernte.

Heute ist für mich das Kaffeetrinken ein Taumel zwischen genüsslicher Sonntags Nachmittagsstimmung und dringendem Koffein Nachschub, der genüssliche Taumel gelang bisher am besten in Italien oder Spanien, jetzt gelingt er neu und besonders gut in Vietnam.

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reise-ansichten Kaffee Vietnam
Hier läuft der gute Trung Nguygen Kaffee durch den Filter

 

Die Franzosen haben ihn ins Land gebracht, die Vietnamesen haben etwas Eigenes daraus gemacht:

  • Ca Phe Sua, starker Kaffee mit süßer Kondensmilch oder einfach nur
  • Ca Phe, starker schwarzer Kaffee mit etwas Zucker,
  • Ca Phe Sua da oder Ca Phe da bedeutet, man fügt Eiswürfel hinzu und erhält einen herrlich aromatischen und belebenden Trank.

Der Kaffee hat eine leichte Karamell- und Schokoladennote, man verwendet Robusta mit einem geringen Arabica-Anteil. Die Bohnen werden stark geröstet und grob gemahlen. Bis zum endgültigen Genießen des Kaffees muss man etwas Geduld haben. Heißes Wasser wird auf eine bestimmte Menge Kaffeepulver in einem Filter gegossen und tropft langsam in ein Glas, in dem sich ein kräftiger, dem Espresso ähnlicher Kaffee sammelt. Das Abwarten wird mit einem köstlichen Duft versüßt.

Chinh, unser Guide in Buon Ma Thuot, dem Kaffeeort neben Da Lat in Vietnam, besuchte mit uns ein Coffee Village und eine Kaffeeplantage um Ordnung in unser Halbwissen über Kaffee zu bringen. Er sprudelte vor Wissen, obwohl er selbst keinen Kaffee trinken kann. Die Erklärung das er nach einer Tasse Kaffee eine Nacht nicht schläft, nach einer zweiten Tasse die zweite Nacht nicht, können wir sofort glauben. Der vietnamesische Kaffee, besonders der in Buon Ma Thuot, ist sehr stark.

Wir erfahren jede Menge Interessantes über die drei angebauten Kaffeesorten, über die Robusta, die Arabica und die Liberica.
Robusta wächst in geringeren Höhen und kann nach 3 Jahren aus den Samen gezogen, das erste Mal geerntet werden. Arabica wächst in höheren Lagen und braucht bis zur ersten Ernte knapp 4 Jahre. Die Liberica Pflanze wird meist nur zur Veredelung verwendet. Ihr Stamm wird mit Trieben von Arabica oder Robusta veredelt, diese Kombination erlaubt eine etwas frühere erste Ernte, Liberica gilt als sehr widerstandsfähig gegen Parasiten und ist in der Lebensdauer sowohl Arabica als auch Robusta überlegen.

Eine Kaffeepflanze kann bis zu 25 Jahre lang erfolgreich Kaffeekirschen tragen, dann mindern sich die Erträge.

Die Aufzucht und Pflege der Kaffeepflanze verlangt einiges. Ein sehr entscheidender Zeitpunkt ist der Beginn der Blütezeit im Januar und Februar.
Die Farmer zittern, das es möglichst nicht regnet, denn die Kaffeepflanze braucht zu diesem Zeitpunkt eine bestimmte Menge Wasser damit alle Blüten zu Früchten werden. Die Bewässerung muss ausreichend, darf aber auch keinesfalls zu viel sein. Nach der Regenzeit, im November, wird der Kaffee geerntet, entweder wie Sanddorn abgestriffen, dann geraten aber auch noch grüne Kirschen in die Ernte und mindern Geschmack und Qualität oder es werden nur die roten Kaffeekirschen gepflückt und die Auslese ist dann eine viel bessere.

„Jenseits von Afrika“ endet mit einem Abschied von Afrika. Für mich, weniger dramatisch, endet die köstlich verbrachte Zeit mit dem einmaligen vietnamesischen Kaffee abrupt als wir nach Kambodscha einreisen.

 

 

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