Sherus Schulprojekt in Pushkar

Als wir das Café „Laughing Buddha“ in Pushkar, nahe dem Gau Ghat, das erste Mal besuchten, war von Sherus Grassroot Project, einem Schulprojekt, nichts zu sehen und zu spüren.

Graswurzelbewegung bezeichnet eine Initiative, die von einzelnen Menschen ausgehen kann und somit „von unten“ heraus entsteht und Alternativen zu gesellschaftlich Bestehendem bietet.

Freundlich aber zurückhaltend empfiehlt Sheru uns seine guten, kreativen Gerichte und wir genießen die Atmosphäre auf dem kleinen Balkon des Cafés, die Musik, den Blick auf die Sadar Bazaar Road. Erst beim Bezahlen der Rechnung sehen wir an der Wand, neben einem Bild vom lachenden Buddha, Fotos von Kindern – lachend, spielend, lebendig. Als wir ihn danach fragen, erzählt er, dass er Kinder in den umliegenden Dörfern mit einer Nachmittagsschule, die Nachhilfe gibt, in ihrer oft sehr schlechten Schulausbildung unterstützt. Die Einnahmen seines Cafés finanzieren das Projekt zu einem großen Teil. Dazu nimmt er Volunteers bei sich auf, die für Kost und Logie im Café und in der Schule helfen. Einige von ihnen geben Englischunterricht oder eben Nachhilfe, für das, was in der Schule zu wenig erklärt wurde. Die staatliche Schulbildung in den ländlichen Gebieten ist oft so schlecht, dass die Kinder einfach keine Chance auf einen guten Lebensweg hätten. Noch dazu kommt, das viele größere Kinder oft nicht mehr zur Schule gehen, weil sie den Eltern beim täglichen Broterwerb helfen müssen. Auch sie haben die Chance am Nachmittag in Sherus Schule zu gehen.

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reise-ansichten Schulprojekt Pushkar

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Nach einigen Abenden im „Laughing Buddha“ wissen wir mehr. Sherus Traum ist es, eine private Schule zu gründen aber durch den langwierigen bürokratischen Weg in Indien, ist das Anmieten eines Raumes und das Engagieren einer Lehrerin die schnellere Variante. Wir lernen Lucie, eine junge Studentin aus München kennen. Sie kommt schon das dritte Mal zu Sheru. Als wir an einem frühen Abend die Schule besuchen, ist sie mit dabei.

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Ein Stück Weg von Pushkar entfernt, nahe einem Dorf, auf einem Hof mit Ziegen und Kühen gibt es einen bescheidenen Raum der mit einfachen Teppichen ausgelegt ist. Der Raum ist mit Stimmen gefüllt, eine junge Lehrerin übt mit 24 Kindern. Wir werden sehr offen und freundlich begrüßt. Die Neugier ist auf beiden Seiten spürbar. Schnell ist abgemacht, dass Peter mit den größeren Kindern Englisch übt, wo liegt Europa, welche Länder gehören dazu – ich spiele mit den Kleineren Domino. Immer wieder ist es spannend zu erleben, wieviel auch mit wenigen gemeinsamen Worten möglich ist. Unser Besuch ist aufregend, Herz erwärmend und besonders zugleich. Es ist offensichtlich, dass es an Lernspielen und Schulmaterial fehlt. Woran es nicht mangelt, ist Begeisterung und Wärme. Nach einiger Zeit verabschieden sich die Kinder – in Deutschland würde längst der Sandmann beginnen. Wir fahren mit Sheru und Lucie zurück ins Café, es gibt Chai, wie immer wenn man Gäste hat oder etwas zu besiegeln ist.
Wir geben Sheru unsere Spende, er ist berührt und glücklich zugleich. Wir könnten ihn jetzt noch einmal alles zu den Kindern und zu der Schule fragen aber wir haben schon vieles gehört, gesehen und vor allem erlebt…
Ein herzlicher Dank gilt unseren Freunden, die uns mit ihrer Großzügigkeit auf unserer Reise die Möglichkeit gaben, nach solchen Projekten Ausschau zu halten und zu unterstützen.

Es gibt keine bessere Metapher: Graswurzelbewegung.

Reiseblog Tip:
Wer als Volunteer in Sherus Café oder Schule mit arbeiten möchte, hat mehrere Möglichkeiten ihn zu erreichen:
email: sherujenet1@gmail.com
phone: +9108107343625
facebook: littlebuddhasheartpushkar

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